Fragen an die Bürgermeisterkandidaten

Veröffentlicht am 02.03.2026

Die beiden Bürgermeisterkandidaten haben zu allen Fragen Stellung genommen.

Wir veröffentlichen ihre Antworten hier vollständig, damit sich jede und jeder vor der Wahl am 8. März informiert entscheiden kann.

Wenn ihr möchtet, teilt diese Seite weiter.

Demokratie lebt vom Mitmachen – besonders hier vor Ort.

Hinweis: Der Fragenkatalog ist bewusst ausführlich angelegt, um die zentralen Themen der kommenden Amtszeit abzudecken.

  • Grundverständnis & Amtsführung

    1. Wenn Sie von „Rettenberg“ sprechen – was bedeutet das konkret für Sie?
    Wie stellen Sie sicher, dass alle Ortsteile, Weiler und Generationen gleichermaßen berücksichtigt werden?

    Rettenberg ist meine Heimatgemeinde in der ich aufgewachsen bin, arbeite und lebe. Hier bin ich daheim und fühle mich glücklich und wohl.

    Historisch aus drei früher eigenständigen Gemeinden „gewachsen“ gilt es wie bisher auch die Eigenarten zu berücksichtigen, aber auch weiter zusammenzuwachsen. Jeder wird gleich behandelt und unterstützt – hier bin ich gerne, wie bisher auch Ansprechpartner. Sei es in Fragen der Trinkwasserversorgung, Fragen des Brandschutzes oder üblicherweise gerade bei Fragen zum Baurecht. Ziel ist es mit mir als Bürgermeister, dem neuen Gemeinderat und engagierten Bürger*innen gemeinsam an einem Strang zu ziehen, zum Wohle der gesamten Gemeinde, unabhängig in welchem Weiler ich auch wohne. Hierbei die Belange und Bedürfnisse aller Generationen gleichermaßen anzuhören und gemeinsam Wege zu finden ist ein wichtiger Aspekt.

    Wenn ich von Rettenberg spreche heißt das für mich: ganz Rettenberg. Alle Ortsteile, alle Weiler und selbstverständlich alle Generationen. Dieses „Ganz-Rettenberg-Denken“ ist zugleich Anspruch und Verpflichtung. Den damit einhergehenden Auspruch auf Ausgewogenheit an mich stelle ich an.

    2. Wie beschreiben Sie Ihren persönlichen Führungsstil als Bürgermeister?
    (z. B. entscheidungsstark, moderierend, stark einbindend, klar priorisierend)

    Ich habe eine Meinung und dazu stehe ich auch. Rückgrat habe ich in den vergangenen Jahren und bereits vor meiner Amtszeit als Bürgermeister als Geschäfts- und Bauamtsleiter immer bewiesen. Wenn ich von einem Projekt überzeugt bin, dann setze ich mich maximal dafür ein. Natürlich mit einem guten Team im Hintergrund. Ohne all meine engagierten und motivierten Mitarbeiter/innen wäre ich allerdings auf verlorenem Posten. Daher delegiere ich und binde meine Mitarbeiter*innen maximal mit ein, auch als Zeichen des gegenseitigen Vertrauens und der Wertschätzung!

    Dass ich zu meinem Wort stehe und dafür maximal einstehe sieht man am Thema Freibad.

    Um den Betrieb des Freibads zu gewährleisten, habe ich hierfür bereits im letzten Jahr eine persönliche Haftung übernommen und bin bereit, diese auch im laufenden Jahr zu übernehmen!

    Ein Miteinander – ja gemeinsame Ziele zu erreichen ist mir extrem wichtig. Vor allem mit einem neuen, engagierten Missgunst befreitem Gemeinderat!

    Mein Stil ist moderierend und einbindend, aber in der Sache klar priorisierend. Ich setze auf Teamarbeit in der Verwaltung und Verlässlichkeit gegenüber dem Gemeinderat.

    3. Wie wollen Sie Transparenz und Nachvollziehbarkeit politischer Entscheidungen für die Bürgerinnen und Bürger sicherstellen?

    Wie bisher auch. Sämtliche Entscheidungen werden „öffentlich“ beschlossen/getroffen und zwar im Regelfall in Gemeinderatssitzungen. Durch unsere Medien wie Homepage, Bürgerapp, Mitteilungsblatt, Instagram etc. werden zudem Entscheidungen kommuniziert, sowie bei unseren Bürger- oder Infoveranstaltungen, wenn es um spezielle Projekte, wie z.B. Hochwasserschutz handelt.

    Das wird auch so weitergeführt werden. Was sich vermutlich ändern wird, ist dass die Gemeinderatsprotokolle öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Prüfung läuft, ob dies vollumfänglich aus Datenschutzgründen möglich ist. Zudem steht es jedem Bürger frei sich bei Fragen gerne persönlich an mich zu wenden.

    Jede Bürgerin, jeder Bürger ist eingeladen, sich regelmäßig bei unseren Gemeinderatssitzungen selber persönlich ein Bild zu machen!

    Die politische Kommunikation muss auf ganz vielen Eben stattfinden. Am besten dort, wo die Bürgerschaft sie nutzt.

    Von der Presse, über das Gemeindeblatt, aber auch die digitalen Wege müssen bespielt
    werden. Selbstverständlich werde ich eine regelmäßige „Bürgersprechstunde“ anbieten.

  • Finanzen & Schuldenstand

    4. Wie erklären Sie den aktuellen Schuldenstand der Gemeinde Rettenberg?
    Welche Entscheidungen, Projekte oder äußeren Faktoren waren aus Ihrer Sicht ausschlaggebend?

    Die Neuverschuldung während meiner Amtsperiode beruht im Wesentlichen nicht auf Erhöhung der laufenden Ausgaben sondern auf von mir initiierten und vom Gemeinderat (regelmäßig einstimmig) mitgetragenen Investitionen in die Infrastruktur unserer Gemeinde, sowie den Erwerb von gut 25 ha Flächen. Diese Maßnahmen waren und sind erforderlich, um die Attraktivität unserer Gemeinde als Fremdenverkehrsort sowie Standort für die Gewerbeansiedlungen zu erhalten bzw. zu stärken und solchermaßen die Erhöhung der gemeindlichen Einnahmen zu bewirken. In den kommenden beiden Jahren sollen die bereits eingeleiteten Verfahren zu Neubaugebietsausweisung zu einem guten Abschluss gebracht werden.

    Oftmals sind Pflichtaufgaben und taktische Grundstückskäufe die Ursachen. Jedoch gingen in den vergangenen Jahren die Steuereinnahmen – insbesondere die Gewerbesteuer – schmerzhaft zurück. Hier gilt es den Hebel anzusetzen. In Zukunft kommen zusätzlich deutlich höhere Ausgaben im Rahmen der Kreisumlage auf die Gemeinde zu, die den finanziellen Spielraum weiter einengen werden.

    5. Wie bewerten Sie den prognostizierten Schuldenstand von rund 15,6 Mio. € Ende 2025 im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde?

    Ohne Schulden sind aktuell nur bedingt wichtige und notwendige Investitionen möglich. Das ist die Wahrheit, zumal es sich bei den meisten Aufgaben um Pflichtaufgaben handelt. Durch diese Investivschulden (= sogenannte „gute Schulden“, welche langfristige wertsteigernde Investitionen darstellen) werden Werte geschaffen die auf lange Sicht unsere Gemeinde und unsere Einwohner stärken werden. Beispiel: Trinkwasserleitungsneubau. Dies kostet aktuell natürlich viel Geld. Die Leitungen sind neu und werden in den nächsten Jahren kaum Kosten verursachen. Wir werden auch bei diesem Schuldenstand zukunftsfähig bleiben. Durch angestoßene Maßnahmen (s. 4.) werden wir in den nächsten Jahren auch mehr Spielraum für die Tilgungen haben. Zudem können auch neue Einnahmen generiert werden.

    Dieser prognostizierte Stand ist besorgniserregend. Er zwingt zu strikter Haushaltsdisziplin und Priorisierung, um die Handlungsfähigkeit nicht vollständig zu
    verlieren.

    Wenn es irgendwie vermeidbar ist ,werden wir versuchen nicht bei den freiwilligen Leistungen den Rotstift anzusetzen. Denn genau diese Leistungen machen unsere Gemeinde lebenswert.

    6. Wo sehen Sie die größten Risiken dieses Schuldenstands für künftige Handlungsspielräume?

    Ergänzend zu 5. werden wir in Anbetracht der weiter anstehenden Investitionen wie bisher auch abwägen müssen, was wir uns leisten wollen und können. Hier klare Prioritäten zu setzen ist wie bisher auch notwendig. Als Beispiel sei hier genannt, dass wir in den vergangenen 6 Jahren so viel in unsere Infrastruktur investiert haben wie nie (meist einstimmig). Warum? Weil dies in den vergangenen Jahren, vor meiner Amtszeit als Bürgermeister, nicht umgesetzt wurde, obwohl es sich zumeist um Pflichtaufgaben gehandelt hatte. Dieser Investitionsstau ist nun in großen Teilen abgebaut. Beispiel Trinkwasser-, Schmutzwasserkanalbau, Glasfaserausbau, Mobilfunkausbau ……

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Schulden natürlich nicht unendlich weitergehen können und selbstverständlich nicht ins unermessliche steigen dürfen. Wie v.g. haben wir viele Aufgaben erledigt. Weitere Pflichtaufgaben + Kür stehen an, diese werden im neuen Gemeinderat konstruktiv beraten und dann entsprechend entschieden werden.

    Die größten Risiken liegen in steigenden Zins- und Tilgungslasten und dem damit verbundenen Verlust der Handlungsfreiheit.

    Wir dürfen nicht zum reinen Verwalter des Mangels werden. Diese schwierige Ausgangslage erfordert eine klare Priorisierung in unserem gemeindlichen Handeln.

    Aber wichtig ist: Finanzielle Knappheit bedeutet kein Stillstand der Ideen!

    7. Welche konkreten Maßnahmen planen Sie zur finanziellen Stabilisierung der Gemeinde?
    Bitte priorisieren Sie Ihre Ansätze (z. B. Einnahmen erhöhen, Ausgaben senken, Investitionen verschieben, Schuldenabbau).

    Ebenfalls ergänzend zu vorstehenden Ausführungen wird der Investition in Gewerbeflächen ein wichtiger Aspekt zukommen. Daran arbeiten wir mit Nachdruck!

    Ich setze auf eine Optimierung der Standortfaktoren zur Aktivierung privater Investitionen in Rettenberg insbesondere in den Bereichen Tourismus und Gewerbeansiedlung. Hierfür bedarf es eines von der Gemeinde geschaffenen Umfelds nach dem Motto: so traditionell wie möglich, so modern wie nötig. Dies werden wir nicht erreichen durch das Schließen des Freibads sondern vielmehr durch die Fortsetzung unserer gezielten Investitionen in die Infrastruktur und Attraktivität unserer Gemeinde.

    Dazu gehört aber auch, dass wir auch im Tourismusbereich Investitionsmöglichkeiten schaffen, die in Folge weitere Investitionen in unserer Gemeinde nach sich ziehen. Es gibt nicht das eine Projekt, sondern es wird eine Vielzahl an Stellschrauben geben, die gemeinsam im neuen Gemeinderat angestoßen werden müssen. Diese werde ich klar benennen, um diese mit maximaler Unterstützung anpacken zu können.

    Weiterhin steht zukünftig die Vermarktung von Neubaugebieten an, die natürlich auch Einnahmen generieren werden.

    Die Schaffung von Gewerbegebieten und das Halten bzw. die Neuansiedlung von Betrieben sind dabei zentrale Aufgaben. Arbeitsplätze sichern unseren Wohlstand und ermöglichen es jungen Menschen, in Rettenberg Arbeit zu finden, zu bleiben oder zurückzukehren.

    Ebenfalls wichtig ist die größte Steuerquelle die wir besitzen – die Einkommensteuer in
    Höhe von ca. 3,5 Mio €. Auch hier muss die Gemeinde durch Halten der Bürger am Ball bleiben.

    8. Wo ziehen Sie persönlich eine klare finanzielle Grenze? Welche Investitionen würden Sie auch unter politischem oder öffentlichem Druck nicht oder dennoch eingehen?

    Diese Frage ist schwierig zu beantworten, da ich im Gemeinderat nur eine Stimme von 17 habe. Insoweit ist es immer ein Miteinander, zumal wie bei den vorstehenden Ausführungen genannt, abgewogen wird, welche Investitionen getätigt werden müssen oder nicht. Die Grenzen sind dann erreicht, wenn kein Mehrwert geschaffen werden kann. An einer konkreten Zahl ist dies aktuell nicht festzumachen. Klar ist aber auch, wie bei 1. genannt, dass ich mich bei wichtigen Projekten, die aus meiner Sicht einen großen Mehrwert für unsere schöne Gemeinde haben, auch gegen Widerstände um Mehrheiten mit maximaler Kraft einsetzen werde. Eine Meinung haben und dazu stehen, dass zeichnet mich seit all den Jahren auch aus!

    Ich lehne Prestigeobjekte ohne Mehrwert ab. Investitionen in die Sicherheit (z.B.:Feuerwehr) und Bildung sind hingegen auch unter dem großen finanziellem Druck unumgänglich.

    9. Wie stellen Sie sicher, dass freiwillige Leistungen (z. B. Vereine, Freibad, Kultur) nicht schrittweise verloren gehen?

    Wie bisher auch! Ohne Ehrenamt ist keine Gemeinde attraktiv. Ich selbst bin in 4 örtlichen Vereinen/Verbänden der erste Vorsitzende. CSU Ortsverbandsvorsitzender, Jagdvorsteher der Jagdgenossenschaft Rettenberg, erster Vorstand des Wegeverbands Brackenberg/Hinterberg und erster Vorsitzender des Alten- und Krankenpflegefördervereins Rettenberg. Zudem bin ich Mitglied allein in 8 weiteren Vereinen in unserer Gemeinde.

    Eine Streichung der Unterstützung steht und stand nie zur Debatte. Unter meiner Amtsführung wird das Ehrenamt wie bisher unterstützt, da gerade dieses ja eine Gemeinde erst lebens-/liebenswert macht!

    Bezüglich Thema Freibad siehe Frage 2. und 7.

    Kultur ist mir immer schon wichtig gewesen. Seit Jahren sammeln wir hier für ein zukünftiges Heimatarchiv und kleines Heimatmuseum Exponate aus unserer Gemeinde. Vielleicht ergibt sich hier zukünftig eine Möglichkeit. Mit der Chronik von Rettenberg wurde hier durch engagierte Bürger ein wichtiger Beitrag geleistet, auf den es aufzubauen gilt.

    Wie bereits vorab geschrieben ist es mein/unser größtes bestreben diese zu erhalten.

    Aus diesem Grund gilt es gut zu Priorisieren und die Finanzkraft der Gemeinde zu stärken. Dies wird jedoch ein Prozess sein, der leider etwas Zeit benötigt. Insbesondere
    das in der Gemeinde Rettenberg vorbildliche Vereinewesen gilt es zu unterstützen.

    Dieses ist mitunter der „Kitt“ der Gesellschaft.

  • Wirtschaft, Gewerbe & Landwirtschaft

    10. Welche konkreten Schritte wollen Sie unternehmen, um bestehende Betriebe und das Handwerk in Rettenberg langfristig zu stärken?

    Die rechtliche Absicherung der Standorte für Betriebe und unser Handwerk vor Ort hat höchste Priorität. Einerseits des Bestandes und im Idealfall auch für Erweiterungsflächen. Hier sind die Instrumente die Bauleitplanung. Zudem die Weiterentwicklung möglicher Alternativflächen, wenn der Standort gefährdet ist. Darauf arbeite ich durch die Schaffung eines Flächenpools seit 6 Jahren konsequent hin. Durch die Schaffung unseres Pools bekommen wir erst die Möglichkeit mit Grundstückseigentümern über Flächentauschmaßnahmen an Flächen zu kommen, die baulich entwickelt werden können. Diese Planungen laufen bereits in Kranzegg und in Vorderburg und sollen wie v.g. unter 4. zum Abschluss gebracht werden.

    Unser lokales Gewerbe, das Handwerk aber auch unsere Landwirtschaft brauchen einen
    verlässlichen Partner – einen echten „Kümmerer“.

    Jemanden, der zuhört, vernetzt und unterstützt. Um zu vernetzen werde Ich als Beispiel die verloren gegangenen „Unternehmerstammtische“ wiederbeleben.

    11. Wie stehen Sie zur Ausweisung neuer Gewerbeflächen, und welche Kriterien sind Ihnen dabei besonders wichtig?

    Ergänzend zur Frage 10 ist klar festzustellen dass kein Eigentümer, dessen Flächen benötigt würden, gezwungen werden kann diese abzugeben. Das geht nur in ehrlichem und vertrauensvollen Miteinander. Das ist einer meiner Kernkompetenzen. Ohne diese Ehrlichkeit hätte ich ansonsten keinesfalls für die Gemeinde 25 ha von Privat kaufen können!

    Wichtig ist mir dabei vor allem, dass bestehende Betriebe abgesichert, aber auch die Ansiedlung heimischer Betriebe, aber auch zukunftsfähiger Betriebe von außerhalb möglich werden, die letztendlich auch einen Mehrwert für unsere Gemeinde haben werden.

    Eine maßvolle Ausweisung ist zwingend nötig.
    Kriterien sind Flächeneffizienz, ökologische Verträglichkeit und der Mehrwert an lokalen
    Arbeitsplätzen.
    Ebenfalls müssen wir unseren Blickwinkel auch auf moderne Unternehmen aufweiten,
    welche einen geringeren Flächenbedarf besitzen. Ich hoffe, dass ich hier zusammen
    mit den Grundstücksbesitzern und Anwohnern gute Lösungen finden werde.

    12. Landwirtschaft als prägender Teil Rettenbergs: Die Land- und Forstwirtschaft prägt unsere Kulturlandschaft, unsere Ortsteile und unsere Identität.
    Wie möchten Sie die Landwirte in Rettenberg aktiv unterstützen und in kommunale Entscheidungen einbinden – über reine Anerkennung hinaus?

    Wie bisher auf vielfältige Weise auch.

    Ich sehe die Land-, Alp- und Forstwirtschaft als Partner. Ich kenne deren Herausforderungen ganz genau. Vor allem der Bürokratiewahn ist hier als Hemmschuh zu nennen, aber auch der ständige Preisdruck. Hier bin ich mit Leidenschaft behilflich mehrere Standbeine zu ermöglichen.

    Wir als Gemeinde sind hier sicherlich das Bindeglied und die unterstützende Ebene, wenn es mit den vielen anderen Behörden zu Schwierigkeiten kommt. Hier werde ich mich auch weiterhin für die Betroffenen persönlich einsetzen, wenn dies gewünscht wird.

    Unsere Landwirte sind die Hüter der Kulturlandschaft. Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag – ökologisch, wirtschaftlich und kulturell. Aber sie sind nicht nur Landwirte, sondern oft auch Vermieter, Dienstleister und stark sozial eingebunden. In vielen Bereichen sind sie zusätzlich wichtige Partner der Gemeinde, und so sollen sie auch
    behandelt werden.

    Aufgrund meines landwirtschaftlichen Hintergrundes bin ich mit vielen Problemfeldern betraut. Wenn rechtliche Möglichkeiten bestehen bin ich gerne bereit diese anzuwenden.

    13. Wie sehen Sie das Zusammenspiel von Landwirtschaft, Tourismus und Ortsentwicklung?
    Wo ergänzen sich diese Bereiche, und wo braucht es klare Rücksichtnahme?

    Untrennbar!

    Unsere Landwirtschaft schafft durch ihren täglichen Einsatz erst die herrliche Kulturlandschaft die unsere Region und Gemeinde erst attraktiv machen. Zudem werden Lebensmittel auf höchstem Niveau produziert. Regionale Produkte sind ein wichtiger Faktor Geld zu verdienen und das vor Ort. Zudem sind durch zumeist hochwertige Ferienangebote unserer Landwirte stark in der Beherbergung verankert und bei der Gästevermietung zumeist die „Motoren“ die wichtige Impulse setzen und investieren. Ohne Landwirtschaft wäre dies nicht möglich, worüber ich sehr dankbar bin.

    Diese drei Themenfelder ist gerade in einer ländlich geprägten Gemeinde wie Rettenberg von großer Wichtigkeit, da sie teilweise Hand in Hand gehen.

  • Infrastruktur & Versorgung

    14. Welche Infrastrukturprojekte haben für Sie in den nächsten fünf Jahren oberste Priorität – und warum?

    Abschluss der Trinkwasserneuanschlüsse, dass ein für allemal nach Jahrzehnten der Planung endlich Versorgungssicherheit herrscht und dieses Kapitel geschlossen werden kann. Ohne gesicherte Trinkwasserversorgung – keine Zukunftssicherheit.

    Weiterhin die Fertigstellung des Glasfaserausbaues, damit in allen Ortsteilen die gleichen Bedingungen herrschen.

    Priorisierung des Hochwasserschutzausbaues als Generationsaufgabe, damit nach den laufenden Maßnahmen in Wagneritz und Altach auch dieses wichtige Kapitel zu einem guten Abschluss gebracht werden kann. Auch wenn zugegeben dieser Kraftakt tatsächlich über Jahrzehnte zu denken ist!

    Weiterhin natürlich die Turnhallen-/Freibadplanung zu einem positiven Abschluss zu bringen und dabei sämtlich mögliche Fördermöglichkeiten auszuschöpfen.

    Zudem steht auch die Umgehungsstraßenplanung mit Dorferneuerung an, die für unsere Gemeinde wichtige Impulse bringen kann, sowie die Belebung des Einzelhandels, um nur einige wichtige zu nennen.

    Sanierung der Wasser- und Abwassernetze sowie Straßenerhalt. Funktionierende Grundversorgung ist das Fundament für jede weitere Entwicklung.
    Zusätzlich zählen für mich die Projekte rund um Gewerbe- und Wohnflächen hinzu.

    15. Wie stehen Sie zum Bau eines Vollsortimenters in Rettenberg?
    Welche Voraussetzungen müssten erfüllt sein, und wie können lokale Betriebe eingebunden werden?

    Das Interesse von Investoren für den Aufbau eines Vollsortimenters in Rettenberg wurde meinerseits abgeklärt. Voraussetzung für die Umsetzung ist allerdings die Verfügbarkeit eines geeigneten Grundstücks von mind. 1 ha. Bislang konnte ich die Zusage für die Bereitstellung einer passenden Fläche in einer Größenordnung von 6.000 m² erwirken, an der Beschaffung der noch ausstehenden Teilfläche arbeite ich mit Nachdruck.

    Ein Vollsortimenter zur Sicherung der Nahversorgung und Lebensqualität im Dorf wäre ein großer Schritt für Rettenberg. Ich werde dies auf jeden Fall unterstützen.
    Jedoch weiß ich aus Erfahrung, wie Schwierig es aufgrund der Wünsche und Vorgaben der Handelsketten ist, dies zu realisieren.

    16. Wie wollen Sie Geh- und Radwege in der Gemeinde konkret verbessern und erweitern?

    Durch Planung und entsprechende Förderantragstellung. Dies läuft bereits für den Ausbau vom Adelharz bis Wertach an der St 2007 bei der bereits seit rd. 4 Jahren eine Studie erstellt wurde. Weiterhin an der anderen Seite von Rettenberg vom Goymooskreisel bis Agathazell. Hier stehen zukünftig Maßnahmen im Raum die aller Voraussicht nach in den kommenden beiden Jahren realisiert werden können. Der wichtigste Punkt dabei ist allerdings, dass wir seitens des Staates auch hohe Förderquoten erhalten.

    Zuerst gilt es vorhandene Lückenschlüsse priorisieren, im Bereich des Radwegebau wird
    jedoch nur in Zusammenarbeit mit dem Landkreis möglich sein. Vorhandene Förderprogramme müssen dabei genützt werden.
    Handlungsfelder für einen eventuellen Gehwegebau sind mir aktuell nicht bekannt.

    17. Welche Rolle sollen neue Energiekonzepte (z. B. Nahwärme, Photovoltaik, Ladeinfrastruktur) in Rettenberg künftig spielen?

    Diese werden auch bei uns eine größere Rolle spielen als bisher. Zusammen mit der EGR wird ein Batteriespeicherstandort entwickelt. Parallel laufen Planungen für Nahwärmekonzepte im Bereich Freidorf/Untermaiselstein und Rettenberg/Brauhaussiedlung. Hier werden wir im neuen Gemeinderat auch entscheiden, welche Maßnahmen wir auf/an Gemeindeimmobilien zukünftig forcieren wollen. Stichwort: PV.

    Ich unterstütze ausdrücklich das Vorhaben eines privaten Trägers für die Wärmeprojekte
    in Untermaiselstein und Rettenberg. Sie zeigen, wie lokale Lösungen zur Energiewende beitragen können. Als Gemeinde ist dies aufgrund der finanziellen Situation nicht leistbar.
    Energieeffizientes und ressourcenschonendes Bauen sowie der Ausbau der E-Ladestruktur an öffentlichen Gebäuden sind weitere wichtige Schritte in Richtung Zukunft und meines Erachtens selbstverständlich.

  • Wohnen & Ortsentwicklung

    18. Bezahlbarer Wohnraum für Einheimische: Wie wollen Sie sicherstellen, dass Einheimische und junge Familien auch künftig in Rettenberg wohnen oder bauen können?

    Die Neubaugebietsausweisungen wurden bereits genannt. Dies beinhaltet natürlich nicht nur Gewerbeflächen, sondern auch Flächen die für die Wohnnutzung ausgewiesen werden, gerne auch als Mischgebiete.

    Hier spielt vor allem der Preis eine wichtige und entscheidende Rolle.

    Die vergangenen Jahre haben gezeigt in welche Richtung hier die Immobilienpreise gehen. Die Preissteigerungen sind enorm und aktuell sind Neubauten nicht an der Tagesordnung. Hier ergeben sich umgekehrt meiner Meinung nach große Chancen. Zukünftig wird es darauf ankommen, dass wir die Flächen die ich bereits für die Gemeinde erwerben konnte „Günstig“ erschließen, damit der Kaufpreis im Rahmen bleiben kann. Neue Wege beim Bauen müssen auch gefunden werden, damit der Hausbau überhaupt noch finanzierbar bleibt. Ich sehe aber auch in diesem Spannungsfeld die Chance, dass nun auch zunehmend in die Bestandssanierung investiert wird. Etliche Wohnhäuser weisen einen Sanierungsstau auf. In den vergangenen Jahren wurden aber auch aufgrund der Baupreisentwicklung sehr viele Gebäude und Wohnungen vorbildlich saniert, was natürlich auch dem Erscheinungsbild unserer Dörfer entgegenkommt.

    Bei den anstehenden Neubaugebieten gilt es Anreize und Fördermöglichkeiten mit dem neuen Gemeinderat zu entwickeln, die für Bauwillige von Vorteil sein können.

    Ein Einheimischenmodel wird hier natürlich auch „Pflichtprogramm“ sein! Entsprechende Bewerberbögen habe ich bereits vorbereitet.

    Ich setzte mich seit jeher für dieses Thema ein. Selbstverständlich bin ich offen für die
    Anwendung des sogenannten „Einheimischenmodells“. Ich kann mit eine bauliche Entwicklung in mehreren Ortsteilen vorstellen unter Partizipation der Gemeinde.
    Auch eine Nachverdichtung innerhalb der Ortsteile darf nicht aus den Augen verloren
    werden.

    19. Wie stehen Sie zu einer aktiven Rolle der Gemeinde in der Wohnraumentwicklung
    (z. B. Grundstückspolitik, Vergabemodelle, Nachverdichtung, Kooperationen)?

    s. meine Ausführungen unter 18.

    Ergänzend dazu steht nun auch die Prüfung im neuen Gemeinderat im Rahmen der Baugebietsentwicklung an, inwieweit wir alleine, ggf. mit einem starken Partner wie dem SWW in den sozialen Wohnungsbau einsteigen wollen und können, wenn über Förderungen die Finanzierung gesichert werden kann.

    Die Gemeinde muss als Akteur auftreten, Grundstücke strategisch erwerben und die
    Planungshoheit nutzen, um die Schaffung bezahlbaren Wohnraums aktiv zu steuern.

    20. Wie finden Sie die Balance zwischen notwendiger Weiterentwicklung und dem Erhalt des dörflichen Charakters von Rettenberg?

    Die Balance bisher finde ich sehr gut. Unsere Orte entwickeln sich gerade in Bezug auf etliche laufende Gebäudesanierungsmaßnahmen sehr gut. Der dörfliche Charakter zeichnet unsere Gemeinde ja flächig aus. Kaum Bausünden und große Altlasten die Entwicklungsschritte nach sich ziehen würden. Klar ist, dass wir auch maßvoll eine Innenverdichtung zulassen müssen. Allerdings natürlich mit dem Anspruch, dass gerade auch typische dörfliche Attribute wie z.B. Streuobstwiesen und Gartenflächen erhalten bleiben, teilweise auch reaktiviert werden sollen. Auf die zukünftige Innenentwicklung, gerade den Dorferneuerungsprozess freue ich mich besonders. Vor allem auch deshalb da dieser neben dem Gemeinderat und den Mitarbeitern auch die Bevölkerung max. mit einbinden wird.

    Die dörflichen Charaktere sind in den Ortsteilen von Rettenberg ganz unterschiedlich. Eine Entwicklung sollte in der Regel behutsam erfolgen. Eine Regelnde Wirkung erfolgt über das Bauleitverfahren.
    Damit der sogenannte „Bauturbo“ keine negativen Auswirkungen entfacht, gilt es schnellstmöglich Leitlinien mit dem Gemeinderat auszuarbeiten

  • Kinder, Schule & Familie

    21. Wie sichern Sie langfristig die Qualität der Kindergärten in Rettenberg
    (hinsichtlich Personal, Ausstattung und Finanzierung)?

    Durch laufende Investitionen in unsere Einrichtungen, damit gar kein großer Investitionsstau entstehen kann und wird. Die Gebäudlichkeiten sind auf dem neuesten Stand. Zudem sollen weitere Angebote geschaffen werden. Übrigens ist der „Zustand“ der Kindergärten nicht nur für die Kinder wichtig, sondern vor allem auch mitentscheidend gute und motivierte Mitarbeiter/innen zu binden und zu bekommen. Das Arbeitsumfeld muss attraktiv bleiben und sein!

    Durch einen anständigen Personalschlüssel und moderne Ausstattung. Die Gemeinde
    muss als attraktiver Arbeitgeber für pädagogische Fachkräfte auftreten.

    22. Ganztagsangebot an der Grundschule: Ab wann halten Sie ein verlässliches Ganztagsangebot für realistisch, und welchen Beitrag kann die Gemeinde dazu leisten?

    Hinweis: Die Einführung des Ganztagsangebots ist Aufgabe des Freistaats Bayern; die Gemeinde ist als Sachaufwandsträger u. a. für Räume und Ausstattung verantwortlich.

    Mit meinen Mitarbeitern zusammen haben wir es geschafft, bestehende Raumangebote zu bündeln, damit insbesondere auf Grundlage der aktuellen gesetzlichen Vorgaben kein Kinderhortanbau (-neubau) notwendig wird. Darüber bin ich sehr stolz. Wir können alle Angebote über unsere Bestandsräumlichkeiten derzeit gut abdecken. Soweit weitere rechtliche Vorgaben für eine Ganztagesbetreuung kommen werden, werden wir uns dieser Herausforderung wie bisher auch stellen und Lösungen erarbeiten.

    Ziel ist die Umsetzung bis zum gesetzlichen Anspruch 2026. Hier ist nach dem Bericht des Landratsamtes Rettenberg gut aufgestellt.
    Interessant ist die sehr niedrige Betreuungsquote im Vergleich zu anderen Kommunen im Landkreis. Dies müssen wir im Auge behalten.

    23. Welche Bedeutung haben für Sie Schul-, Sport- und Freizeitflächen als soziale Treffpunkte für Familien?

    Eine große, ja sehr große Bedeutung. Diese Flächen sind Garant für das soziale Gefüge in einer Gemeinde. Diese müssen so attraktiv wie möglich gehalten werden, damit diese auch weiterhin angenommen werden. Man lernt sich hier kennen, Freundschaften, Partnerschaften entstehen hier. Auch sind diese Bereiche wichtig, Anschluss zu finden, sich wohlzufühlen, aber auch um sich einbringen zu können.

    Hier muss differenziert werden, da Schulflächen nicht als Treffpunkt für Familien
    gedacht sind. Sie sind dem schulischen Bedarf in der Regel vorbehalten.
    Sport- und Freizeitflächen sind mitunter zentral für sozialen Zusammenhalt Investitionen hier sind Investitionen in Zukunft.

  • Ehrenamt, Vereine & Gemeinschaft

    24. Welche konkreten Maßnahmen ergreifen Sie, um Ehrenamt und Vereine nachhaltig zu unterstützen?

    Wie bereits vorstehend genannt (s. 9.). Die gleichen die bisher seit Jahrzehnten von der Gemeinde getätigt werden. Unterstützung wo es Not tut und natürlich auch die Eigeninitiative stärken. Das war bisher so und wird unter meiner Amtsführung auch genauso bleiben.

    Vereine sind Orte der Begegnung, der Integration und der gelebten Gemeinschaft und des Ehrenamtes. Sie sind das Rückgrat der Gemeinde, sozusagen der soziale „Kitt“,
    der alles zusammenhält. Ich habe selbst erlebt, wie vielfältig das Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger ist. Bei etlichen Gesrpächen mit Vereinsvorsitzenden habe ich erfahren, dass diese bereits jetzt schon sehr gut unterstützt werden. Dies ist auch mein
    bestreben.
    Hier gilt es die gelebte Anerkennungskultur weiter zu führen.

    25. Wie wollen Sie die Jugendarbeit in Rettenberg langfristig sichern und weiterentwickeln?

    Die Jugendarbeit wird in unserer Gemeinde im Wesentlichen durch unsere unzähligen Vereine umgesetzt. Worauf ich sehr stolz bin. Wir tragen unseren Teil dazu bei, indem wir bei Infrastrukturmaßnahmen investieren und so den Rahmen schaffen. Sei es durch die zur Verfügungstellung von Gebäudlichkeiten und Plätzen (z.B. Sport-, Spielplätze etc.).

    Oder aber natürlich auch bei der Unterstützung von Festivitäten.

    Die Jugendarbeit wird in Rettenberg von den Vereinen getragen. Mein Ziel ist wie bereits
    beantwortet, trotz der klammen Finanzlage hier nicht zu sparen. Ebenfalls wird es auch im Vereinswesen regelmäßige halbjährliche Treffen geben.

    26. Wie stehen Sie zum Vereinshaus Kranzegg – und welche Perspektive sehen Sie für dieses Projekt?

    Ich unterstütze diese Initiative aus dem Ort Kranzegg von Anfang an. Wenn hier zukünftig gemeinsam mit den Einwohnern ein Projekt entwickelt werden kann, welches auch einen Mehrwert für die ganze Gemeinde bringen kann, ist dies die richtige Richtung um mehr Gemeinsamkeiten zu schaffen. Letztendlich ist dieser Prozess angestoßen und soll weiter verfolgt werden. Dabei muss selbstverständlich gerade aber auch die Finanzierbarkeit ermittelt werden. Daran möchte ich mit Nachdruck im neuen Gemeinderat arbeiten, damit wir zeitnah eine Lösung vorliegen haben.

    Da ich selber in vielen Vereinen tätig bin ist mir die Bedeutsamkeit eines solchen Vereinehauses bewusst. Die hauptsächliche Herausforderung besteht in der Finanzierung und dem Unterhalt des Gebäudes. Hier kommt leider die Finanzlage von Rettenberg ins Spiel, welche eine wohl schnellen Umsetzung im Weg stehen könnte.

  • Freizeit, Sport & Tourismus

    27. Wie möchten Sie Freizeit- und Sportangebote in Rettenberg erhalten, ausbauen und möglichst ganzjährig nutzbar machen?

    In Zusammenarbeit und Unterstützung unserer Vereine, wie das Beispiel unseres FCR zeigt. Mit zur Verfügungstellung einer Fläche und finanzieller Unterstützung wird hier der FCR einen neuen Fußballplatz bauen können, der nicht nur dem FCR, sondern auch unseren anderen Vereinen bei Bedarf zur Verfügung stehen wird.

    Ebenso liegt aktuell eine Anfrage des SCR für einen Bikeparcour vor, den ich natürlich auch unterstützen werde.

    Erhalt durch enge Kooperation mit den Sportvereinen. Sanierungen oder auch Erweiterungen müssen bedarfsgerecht und finanziell darstellbar sein.

    28. Wie beurteilen Sie die Bedeutung des Tourismus für Rettenberg – wirtschaftlich, ökologisch und gesellschaftlich?

    Der Tourismus ist ein wichtiger Faktor für Rettenberg. Die Ermittlung der Wertschöpfung wurde nun innerhalb der AGT umgesetzt. Über 200 Millionen Euro werden in den Gemeinden Burgberg, Blaichach, Immenstadt, Sonthofen und Rettenberg allein durch den Tourismussektor umgesetzt. Eine enorme Zahl. Für Rettenberg allein rd. 30 Millionen Euro. Hier sehe ich großes Potential zukünftig noch mehr erwirtschaften zu können.

    Das Scheitern des meinerseits nach Kräften unterstützte Grüntenliftprojektes verursacht durch die Wiederstände einer kleinen Anzahl Einheimischer, zumeist aber durch Auswärtige, ist tatsächlich ein schmerzlicher Rückschlag für die touristische Attraktion unserer Gemeinde gewesen. Dennoch sorgen wir im Zuge des sog. Berghüttenprogramms für die Neuerschließung des Grünten mit Trinkwasser-, Kanal-, Strom- und Glasfaserleitungsbau, sowie über unsere vor drei Jahren begründete Mitgliedschaft im Naturpark Nagelfluhkette für die laufende Wegesanierung, sowie weitere Investitionen in die entsprechende Grundinfrastruktur.

    Hierdurch gewährleisten wir die Grundvoraussetzung für unsere Hütten- und Alpbetreiber jetzt und in Zukunft Versorgungssicherheit zu haben und schaffen Anreize für private Investitionen in den Tourismus am Grünten, die für unsere Gemeinde so wichtig sind.

    Der Tourismus ist ein wichtiges wirtschaftliches Standbein. Eine durch die ILE unterstütze Studie hat gerade den (monetaren) Mehrwert der Gemeinde ermittelt und aufgezeigt. Ich setze auf Qualität und sanften Tourismus im Einklang mit den Interessen der Bürgerinnen und Bürger.

  • Spezialthemen

    29. Wie stehen Sie zur geplanten Umgehungsstraße?
    In einem Ratsbegehren hat sich eine Mehrheit für die Umsetzung ausgesprochen.
    Wie bewerten Sie dieses Votum, und welche Rolle sowie Verantwortung kommt der Gemeinde im weiteren Verfahren zu?

    Bekanntermaßen unterstütze ich die Umgehungsstraßenplanung und habe mich hier auch max. eingesetzt nach weit über 50 Jahren des Planens und Diskutierens endlich eine Entscheidung finden zu können „Hop oder Top“. Mit max. Bürgerbeteiligung konnte mittels des Ratsentscheids hier Anfang 2022 eine Entscheidung getroffen werden. Bei knapp 75 % Wahlbeteiligung und fast 60 % „für“ die Fortführung der Planungen besteht ein klarer Auftrag an die politischen Mandatsträger hier die Planungen voranzubringen.

    Dazu stehe ich nach wie vor. Die Ausarbeitung des Vorentwurfs läuft und wurde im vergangenen Jahr in einer eigenen Bürgerversammlung seitens der Bauherrnschaft (Staatliches Bauamt Kempten) vorgestellt.

    Sobald hier zukünftig die Planung soweit gediehen ist, dass Grundstücksverhandlungen aufgenommen werden können, werde ich mich auch hier ebenso wie beim Grunderwerb für den Hochwasserschutz in Altach und Wagneritz einbringen, damit die tangierten Eigentümer max. möglich entschädigt werden.

    Die Planungen sind aktuell komplett beim Staatlichen Bauamt. Im November wurde der
    aktuelle Stand im Rahmen der Bürgerbeteiligung vorgestellt.
    Hier gilt es als Bürgermeister das Ergebnis des Ratsbegehren umzusetzen.

    30. Wie positionieren Sie sich zum Erhalt des Freibads?
    Und welche Maßnahmen sind für einen weiteren Betrieb nötig?

    Das Freibad ist einerseits tatsächlich defizitär, andererseits für unsere Bürger*innen und Sommergäste von großer Bedeutung.

    Der aus Teilen des Gemeinderats zu hörende Ruf nach einer unvermittelten Schließung des Freibads wird der Relevanz des Themas nicht gerecht. Aus meiner Sicht sind hier grundlegende Konzeptüberlegungen unter intensiver Bürgerbeteiligung (Stichwort: Dorferneuerung) erforderlich. Um den Betrieb des Freibads bis dahin zu gewährleisten, habe ich hierfür bereits im letzten Jahr eine persönliche Haftung übernommen und bin bereit, diese auch im laufenden Jahr zu übernehmen.

    Meine Position ist also hinreichend bekannt, öffentlich dokumentiert und auch diverse Male medial aufgenommen worden. Ohne mein Zutun wäre das Freibad auf Wunsch der Mehrheit des Gemeinderats bereits geschlossen.

    Die äußerst angespannte Situation der Gemeinde Rettenberg spielt hier die entscheidende Rolle. Mein Ziel wird es sein, das Freibad solang es rechtlich und technisch möglich ist weiter zu betreiben, jedoch muss auch hier klar, ehrlich und transparent kommuniziert werden, dass sich die Gemeinde Rettenberg mittelfristig ohne staatliche Förderungen keine größere Investitionen in das Bad, bzw. eine Neubau leisten können wird.
    Das Freibad als Freizeiteinrichtung ist für die Rettenberger von großer Bedeutung, und es gibt bereits Ideen, wie wir es in eine zukunftsfähige, ganzjährige Nutzung integrieren könnten. Ich werde unter Beteiligung der Rettenberger Bürgerinnen und Bürgern nach Lösungen suchen, um diese schwierige Situation zu überwinden.

    31. Wie bewerten Sie die Sanierung der Turnhallen hinsichtlich Dringlichkeit, Zeitrahmen und Finanzierung?

    Die Sanierung, ggf. Neubau einer Turnhalle haben höchste Priorität, da dieser Ort tatsächlich auch maximal genutzt wird. Hier wurde eine Projektgruppe initiiert, die nach der Wahl wieder ihre Arbeit aufnehmen wird, um das für Rettenberg benötigte Raumkonzept erarbeiten zu können. Dergestalt, dass diese Halle für jetzt und viele Jahrzehnte ausreichen soll. Klar ist allerdings bereits heute, dass ohne adäquate Förderung seitens des Staates eine Umsetzung allein mit Mitteln der Gemeinde schwierig sein wird. Hier verweise ich auf die ausführlichen Fragen zur Schuldenentwicklung.

    Ich sehe dies als wichtiges Projekt der „Gemeinschaft“ an, da diese von Jung und Alt aus allen Weilern genutzt wird.

    Ich sehe an der Turnhalle unbedingten Handlungsbedarf. Ich werde mich hier in die
    laufenden Planungen einklinken. Wichitig hierbei sind eine klare Zeitplanung und
    gesicherte Finanzierung mit Förderungen.

  • Abschluss & Selbstverpflichtung

    32. Welche Ihrer Ziele haben für Sie oberste Priorität, auch wenn politische oder finanzielle Widerstände auftreten?

    Hier verweise ich auf meine vorstehenden Ausführungen die diese Frage hinreichend beantworten. Ich möchte Neid- und Missgunst befreit, zum Wohle der Gemeinde zukünftig die vom neuen Gemeinderat und starkem Mitarbeiterteam priorisierten Projekte umsetzen.

    Die langfristige finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde bei gleichzeitigem Erhalt der sozialen Infrastruktur.

    33. Woran sollen die Bürgerinnen und Bürger Ihre Amtszeit konkret messen können?
    (Bitte nennen Sie maximal drei überprüfbare Kriterien.)

    An Planungen und Umsetzung der Projekte wie in den vergangenen Jahren auch. Hinweis, soviel gebaut wie in den vergangenen 6 Jahren wurde es in der kurzen Zeit noch nie.

    Dass ich mich ehrlich und konsequent für unsere Gemeinde wie bisher auch mit Rückgrat einsetzen werde. Auch gegen Widerstände. Das ich Krisen managen kann, habe ich bewiesen.

    Dass ich gemeinsam mit meinen fleissigen Mitarbeitern/-innen, dem neuen Gemeinderat für unsere Gemeinde auch zukünftig das beste herausholen möchte. Freundlich, Engagiert und Hilfsbereit. Das sind die Attribute die man von mir verlangen und erwarten kann.

    1. Stabilisierter Haushalt.
    2. Hohe Bürgerzufriedenheit durch Transparenz.
    3. Wertschätzender Umgang mit allen Bürgerinnen und Bürgern.

    34. Persönliche Botschaft an die Wählerinnen und Wähler: Was möchten Sie den Bürgerinnen und Bürgern von Rettenberg – über Programme und Zahlen hinaus – persönlich mit auf den Weg geben?

    Ich liebe meine Gemeinde und bin Rettenberger in Fleisch und Blut. Ich kenne gefühlt jeden Stock, jeden Stein und die Menschen die hier leben.

    Ich wünsche mir für meinen Ort nur das Beste, dass in der neuen Amtszeit mit neuem Gemeinderat wieder eine Sachpolitik möglich wird und in welcher Neid- und Missgunst der Vergangenheit angehören. Ich wünsche und erwarte mir von meinem neuen Gemeinderat die Unterstützung zum Wohle der Gemeinde, weil es nicht um persönliche Interessen gehen darf, sondern um das gemeinsame und einzige Ziel, dass sich unsere Heimatgemeinde positiv weiterentwickeln wird.

    Daran habe ich die vergangenen Jahre gearbeitet und alle meine Interessen untergeordnet. Das werde ich auch in meiner neuen Amtszeit tun, soweit ich das Vertrauen der Mehrheit der Wähler*innen erhalte. Hier stehe ich mit meinem Wort und meinem Namen persönlich dafür ein. Für meine Einwohner*innen, für unsere Gemeinde, für unsere Heimat.

    Meine Botschaft zudem ist, dass sich auch meine Bevölkerung in den kommenden 6 Jahren, soweit es mir vergönnt sein sollte die Amtsgeschäfte weiter führen zu dürfen, sich auch aktiv in die laufenden und zukünftigen Projekte einbringen soll und ich mir dies auch wünsche.

    Gemeinsam können wir Rettenberg zukunftsfest machen. Ich stehe für eine sachliche und transparente Politik mit Herz und Verstand – für alle Generationen.
    Rettenberg kann mehr.

von

den Bürgern der Gemeinde Rettenberg

Kommunalwahl am 8. März – Rettenberg entscheidet

Am 8. März wählen die Bürgerinnen und Bürger von Rettenberg den Bürgermeister sowie den Gemeinderat.

Diese Seite bietet einen besonderen Beitrag zur lokalen Demokratie:
einen offenen, gemeinsamen Fragenkatalog an die beiden Bürgermeisterkandidaten – entwickelt aus der Mitte der Bevölkerung.

Es gibt 4 Stimmzettel.

  • Bürgermeister

  • Gemeinderat

  • Landrat

  • Kreistag

Die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, wer unsere Gemeinde und unseren Landkreis in den kommenden sechs Jahren politisch gestaltet.

Die Kommunalwahl ist die direkteste Form demokratischer Mitbestimmung.

Die Entscheidungen wirken unmittelbar auf Themen wie Infrastruktur, Schulen, Vereine, Finanzen, Ortsentwicklung und das tägliche Zusammenleben vor Ort.

  • 2

    Bürgermeister-
    kandidaten 1 Kreuz

  • 16

    Gemeinderäte bis zu 16 Kreuze

  • 6

    Landrats-
    kandidaten 1 Kreuz

  • 70

    Kreistagsmitglieder bis zu 70 Kreuze

Für beide Wahlen gilt:

✔ Sie können einzelnen Personen bis zu 3 Stimmen geben
→ dazu die entsprechende Zahl (z. B. „2“ oder „3“) ins Kästchen schreiben

✔ Sie können Kandidaten aus verschiedenen Listen wählen (panaschieren)

✔ Sie können eine Liste komplett ankreuzen
→ die Kandidaten erhalten dann ihre Stimmen entsprechend der Listenreihenfolge

✔ Sie können einzelne Personen auswählen und zusätzlich eine Liste ankreuzen
→ die übrigen Stimmen werden automatisch von oben nach unten auf die angekreuzte Liste verteilt

✔ Sie können bei einer angekreuzten Liste einzelne Kandidaten streichen
→ hierfür den Namen Durchstreichen

WICHTIG:

Sie dürfen nicht mehr Stimmen vergeben als erlaubt!

  • 16 Stimmen beim Gemeinderat
  • 70 Stimmen beim Kreistag

Hier erhalten Sie einen klaren Überblick über den Ablauf der Wahl:

Links zu den Bürgermeisterkandidaten:

Links zu den Gemeinderatslisten:

Weiterführende Informationen & offizielle Stellen

Für alle, die sich detaillierter oder offiziell über die Kommunalwahl informieren möchten, haben wir hier eine Auswahl an verlässlichen Informationsquellen zusammengestellt. Diese Seiten bieten rechtliche Grundlagen, konkrete Hinweise zum Ablauf der Wahl sowie weiterführende Erklärungen